Crowdinvesting als alternative Anlageform

Das crowdinvesting als alternative Anlageform

Crowdinvesting (bzw. Crowdfunding) ist derzeit in aller Munde! Doch was bedeuten die beiden Begriffe eigentlich? Nun, es ist wichtig zu erkennen, dass sich beide Begriffe wesentlich von einander unterscheiden. Beim Crowdinvesting, das eine alternative Finanzierungsform darstellt, beteiligen sich mehrere Personen (auch sogenannte Mikroinvestoren genannt) an Projekten bzw. Unternehmen und werden damit Teilhaber am Geschäftserfolg des Unternehmens. Die Beteiligung erfolgt meist über eine stille Beteiligung, über Genussrechte oder partialische Darlehen. Der Anteilseigner handelt somit vergleichbar wie ein Venture Capital Investor, der somit die Möglichkeit hat, sich in der Frühphase des Unternehmens in Form einer Kapitalbeteiligung am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen.

Beim sogenannten Crowdfunding erfolgt keine Beteiligung am Projekt bzw. des Unternehmens. Es steht bloß der Förderwille im Vordergrund. Meist werden dafür sogenannte „goodies“ vom Unternehmen an die „Investoren“ verteilt, so zum Beispiel eine DVD, wenn mit dem Geld ein Film produziert werden soll.

In unserem Beitrag soll es primär um das Thema Crowdinvesting gehen.

Für den Investor ist es wichtig, zwischen den einzelnen Finanzierungsformen zu unterscheiden. In der Regel erfolgen die Finanzierungen über eine sogenannte „Stille Beteiligung“. Dabei handelt es sich streng genommen um eine Fremdkapitalforderung und keine Beteiligung im Sinne des Eigenkapitals. Allerdings gibt es auch Formen, wo der Gesellschafter das gleiche Verlust- und Insolvenzrisiko trägt (vergleichbar aus rechtlicher Sicht mit einem Kommanditisten). Dieser Umstand kann im Falle einer Insolvenz für den einzelnen Investor wichtig sein, da die verbleibende Vermögensmasse nach einer vorgegebenen Nachrangigkeitstabelle „bedient“ wird. Es versteht sich von selbst, dass der Eigenkapitalgeber als Letzter bedient wird. Es empfiehlt sich daher, sich vorab auf den jeweiligen Plattformen darüber zu informieren, in welche Kategorie das Investment fällt.

Die ersten Plattformen sind in den USA entstanden (kickstarter.com gilt als Vorreiter der gesamten Branche), wobei die ersten Plattformen reine Crowdfunding Plattformen darstellten. Das crowdinvesting hat sich erst in einer späteren Phase heraus entwickelt.

Crowdinvesting erlebt derzeit einen wahren Boom mit jährlichen Wachstumsraten von ca. 50%. Das weltweite Volumen der Transaktionen wird derzeit etwa auf 2,8 Mrd. € geschätzt.

Insgesamt betrachet macht es durchaus Sinn sich als Investor mit dem Thema Crowdinvesting zu beschäftigen. Die Vorteile liegen auf der Hand:

.) Erstmals wird dem Privatinvestor die Möglichkeit geboten, direkt in ein Unternehmen (meist ein start-up) in seiner Frühphase der Entwicklung zu investieren,
.) Meist partizipiert der Investor nicht nur an der Substanzwertsteigerung (und somit direkt von einem Unternehmensverkauf) sondern erhält unter Umständen auch eine garantierte Verzinsung in Höhe von bis zu 5%; dies stellt im derzeit herrschenden Niedrigzinsumfeld eine lukrative Veranlagungsmöglichkeit für das Geld dar,
.) Man hat mit etwas Glück die Möglichkeit in die nächste „Facebook“ zu investieren.

Selbstverständlich finden sich auch Kritiker. Diese kritisieren, dass es mittlerweile zu einer Blase gekommen ist. Denn das wahre Wertpotential bei jungen wachstumsstarken Unternehmen liegt in der Möglichkeit eines „Exits“, das heißt das Unternehmen wird entweder an einen Mitbewerber oder anderen Investor verkauft oder man bereitet einen Börsengang vor. Aufgrund der Tatsache, dass sich der Aktienmarkt bereits im 7. Jahr eines „Bullenmarktes“ befindet, rechnen viele der Kritiker mit einer Korrektur an den Börsen, was die Möglichkeit eines „Exits“ verringert und sich die zwanghaft höheren Bewertungen nicht mehr in Form einer Veräußerung realisieren lassen.

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